Fotografen

Jede unserer Suites ist mit fantastischen Fotografien von berühmten, regionalen Künstlern ausgestattet. Komm vorbei und schau sie dir an!

Christian Bobst

L’OR BLANC DU LAC ROSE

Der Retba-See liegt 30 Kilometer ausserhalb von Dakar, Senegal. Aufgrund seiner aussergewöhnlichen Farbe wird er auch La Rose (Rosensee) genannt. Das Wasser ist so stark mit Salz gesättigt, dass das Mineral auf den Boden sinkt. Jeder hat das Recht, das Salz abzubauen, denn der See befindet sich auf öffentlichem Grund. Um das Ökosystem nicht zu stören, muss das Salz von Hand abgebaut werden. Mit Spaten und Kübeln fahren die Salzsammler auf Booten aufs Wasser, um das Salz vom Seegrund an die Oberfläche zu befördern. Sobald die Boote voll sind, fahren sie an Land, wo die Frauen aus den benachbarten Dörfern das Salz in Plastikeimern an Land bringen. Dort wird es zu kleinen Bergen geformt und zwischengelagert. Die beste Qualität des Salzes vom Lac Rose wird an Gourmetrestaurants und -händler rund um die Welt zu 36 USD pro Kilo verkauft.

Thomas Biasotto

GIANTS

Es kann rasch wechseln, in den Bergen. Gemeint ist das Wetter, aber der Spruch gilt für alles. Das Licht! Es macht den unwiderstehlichen Reiz aus, lässt uns in Verzückung innehalten, vor Begeisterung jubeln, unvergessliche Bilder mitnehmen, aber das Zauberhafte kann innert kürzester Zeit weg sein, und alles wird flach und dumpf.

Der Wunsch, meine Liebe zu den Bergen sichtbar zu machen, lässt mich immer neue Touren planen. Zweieinhalbtausend Kilometer zu Fuss sind es vielleicht für dieses Buch gewesen, 150 Touren in den ganzen Alpen, immer mit mehreren Kameras und Objektiven im Rucksack, mit Schlafsack, Schwerwetterbekleidung, Notverpflegung, Wasser – eingestellt auf tägliche 24 Stunden beobachten, warten auf den Moment, den einzigen, der mich interessiert. Für ein Bild.

Alberto Venzago

WHISPERING TREES

«Die Authentizität eines Bildes ist wichtiger als dessen Schönheit», fasst der Fotograf und Filmemacher Alberto Venzago seine Philosophie zusammen. Vor 8 Jahren hat der preisgekrönte Magnum-Fotograf, der heute in Zürich lebt, die Seite gewechselt: vom Bilder-Schiessen zum Bilder-Kreieren. Für seine Bilder von Wäldern auf der ganzen Welt hat er eine neue Technik entwickelt: Jedes dieser romantisch-märchenhaften Werke wurde aus 550 einzelnen Aufnahmen «kreiert». «Es ist fantastisch, ein Bild im Kopf zu ‹komponieren›. Eine irre Erfahrung ähnlich dem Wunder früher in der Dunkelkammer, als der Final-Shot langsam in der chemischen Lösung erschien. Damals brauchte es zwei Minuten dafür, heute, im digitalen Zeitalter, dauert es drei Wochen. Fast anachronistisch!»

Alberto Venzago gilt als einer der bedeutendsten Schweizer Reportage-Fotografen. Seit über 40 Jahren arbeitet der Gewinner des «Robert Capa Awards» für weltweit renommierte Nachrichtenmagazine wie der Stern, das Sunday Times Magazine und Life. Kritiker attestieren dem Zürcher die Fähigkeit, mit seiner Linse hautnah an den Menschen heranzukommen, ohne dass sie ihn dabei bewusst wahrnehmen. So entstehen intime Portraits und Zeitdokumente – über Voodoo-Geisterheiler, die japanische Mafia und das Pentagon. Als Künstler feiert Venzago seit Jahren internationale Erfolge.

Lea Meienberg

VIAJE A LA MEMORIA

Erinnerungen reisen. Und wenn sie rasten, dann lassen sie sich auf einzelnen Bildern nieder; auf Fragmenten, die Idylle und Freiheit, aber auch Stillstand und Gefangenschaft bedeuten können. Menschen, Landschaften und Orte festgefroren in der Zeit. Wo liegt die Wahrheit, wenn sich der Nebel der Nostalgie über unsere Erinnerungen legt?

Fabian Häfeli

Wie gehen wir mit Lebensmittel um? Wir verpacken sie, verändern sie, schaffen Convenience-Produkte, messen sie ab, wägen sie und schaffen Normen für sie? Mit seinen Food-Serien möchte Fabian Häfeli den Betrachter dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, welchen Stellenwert Essen und Verpflegung in der heutigen Gesellschaft haben.

Bereits im Kindesalter begeisterte sich Fabian Häfeli für die Fotografie. Ziemlich schnell entwickelte sich daraus eine Leidenschaft. Seine Berufung war klar: Er wollte Fotograf werden. Seine Karriere begann mit der Aufnahmeprüfung für den gestalterischen Vorkurs, danach absolvierte er die Fotoklasse der F+F Schule für Kunst und studierte Mediendesign. Dank seinem Interesse an Personen und am Kochen ent-schied Fabian Häfeli, sich als Food-Fotograf selbstständig zu machen. Heute arbeitet er für verschiedene grössere und kleinere Kunden in der Schweiz.

Jürgen Birchler

Poesie und sublime Schönheit – die Schönheit der Vergänglichkeit. Matte Schwärze eines entmaterialisierten Hintergrunds. Blumen und Blütenblätter scheinen vor dieser Kulisse zu schweben. Quallenähnlich, mit einer Leichtigkeit und schwerelos, vor der dunklen Tiefe des Meeres. Durch Wasserentzug der Blütenteile, bei der Chrysantheme und Calla, scheinen sich die Petalen ineinanderringend ans Leben zu klammern. Die Wahl der floralen Motive ist die der Passion zur Blume. Frei von experimenteller Inszenierung, zeigt sich diese Serie im Licht zwischen Illusionismus und Naturalismus. Ein Anflug von Magie lässt den Betrachter an der Tatsächlichkeit zweifeln. Eine Hommage an die Blumenstilleben holländischer oder flämischer Renaissance-Künstler und eine Welt, welche die kommerzielle Farbigkeit des heutigen Blumenklischees weit hinter sich lässt.

Jacqueline Lipp

Einen eigenen Blick auf eine Stadt zeigen, die viele Menschen kennen oder zumindest glauben zu kennen. Stadtteile finden, die ihren eigenen Charakter haben und doch immer vom einzigartigen Flair New Yorks erzählen. So zeige ich in dieser Bildstrecke ausgesuchte Facetten dieser pulsierenden Stadt, die das bekannte New York zeigen und doch in ihrer Leichtigkeit und Dynamik mein persönliches Erlebnis und meinen eigenen Blick vermitteln.

Model: Becca Blaise | Qmodels New York
Styling: Lea Kuster
Hair & Make-up: Rahel Thür
Outfits: Jungle Folk & Velvet Novel

Die Luzernen Fotografin Jacqueline Lipp (*1987) absolvierte nach dem Vorkurs für Gestaltung die Ausbildung zur Grafikerin. Bereits während und vor allem nach der Ausbildung spezialisierte sie sich auf digitale Fotografie. Sie arbeitet freischaffend für namhafte Unternehmen im Bereich Fashion, Beauty und Lifestyle.

Sylvan Müller

KOCHREISEFOTOBUCH JAPAN – SPRACHLOS DURCH DIE JAPANISCHE KÜCHE

«Sumimasen ga, kono oriori no namae o kaite ittdakemaska?»

«Ottesu o okake schimasu ga, konno riori no, sairio to zukurikatta o, kaite ittadakemaska?»

Diese Fragen stehen auf kleinen Zettelchen, eingeschweisst in Plastik. Sie sind die wichtigsten Reisebegleiter des Schweizer Fotografen Sylvan Müller, als er durch Japan reist. Denn sie sollen ihm die Türen öffnen in die Küchen des Landes. «Was ist das, was ich da esse?», steht darauf, in einer phonetischen Übertragung. «Kann ich mit dem Koch sprechen?», oder: «Wie wird dieses Gericht zubereitet?»

Neben den Bildern, die er für ein japanisches Kochbuch erstellte, entstand eine Serie von seiner Reise durch das Land.

Boris Müller

Geboren 1973 in der Stadt Zürich, nach der Matura 1992 als Türsteher, Plakatkleber, Barkeeper, Gitarrenlehrer sowie als Nachtportier im Einsatz. Studium an der Academy of Contemporary Music (Gitarre), 2001 Bachelor-Diplom in Sozialer Arbeit, danach 10 Jahre bei Streetwork Zürich als Gassenarbeiter unterwegs. Seit 2004 Gitarrist bei der Band «Karaoke from Hell» mit über 600 Auftritten. Seit 2011 als Bildredaktor/Bildjournalist beim Tagesanzeiger. Aufbau des Fotoblogs ZOOM auf tagesanzeiger.ch. Autodidakt, freischaffender Fotograf. Kunden: Andreas Caminada, Tagesanzeiger, Salt, Rockstar-Magazine u.v.m.

Stephan Bösch

LOUIS DE MARSALLE

Louis de Marsalle war ein Pseudonym Ernst Ludwig Kirchners (1880-1938), unter dem er Texte veröffentlichte und so mit der Kunstfigur nicht nur ein geschicktes Marketing in eigener Sache betrieb, sondern sich zugleich ein Alter Ego schuf, das er auf imaginäre Reisen nach Afrika schicken konnte, während er selbst ein zurückgezogenes Leben in den Schweizer Bergen führte. Fast hundert Jahre später bekommt nun Louis de Marsalle ein Gesicht. So fotografierte Stephan Bösch eine Serie von Schwarz-weiss-Portraits nach einer Idee von Dr. Thorsten Sadowsky für das Kirchner Museum Davos.

Stephan Bösch, geboren 1982, lebt in St. Gallen und bewegt sich als freischaffender Fotograf im Spannungsfeld zwischen Fotokunst und Auftragsfotografie. Für seine Kunden fotografiert er Portraits, Reportagen sowie Landschafts- und Architekturaufnahmen.

Ferit Kuyas

Ich fotografiere seit über zwanzig Jahren Stadtlandschaften, weil mich die urbane Welt interessiert. In einer Zeit, in der mehr als die Hälfte der Menschheit in dicht besiedelten – städtischen – Gebieten lebt, hat dieses Tun für mich immer mehr an Bedeutung gewonnen. Je nach Projekt zeigen meine Arbeiten das Habitat der Stadtbewohner und/oder die Bewohner selbst. Momentan fotografiere ich in Städten, die zwar weniger bekannt sind, jedoch stetig an Bedeutung gewinnen.

Die hier gezeigten Bilder stammen aus den Bildserien City of Ambition und Aurora, beide sind als Buch erschienen.

Ferit Kuyas (*1955). Freischaffender Fotograf, Künstler, Lehrer und Kurator. Autodidakt. Studium der Jurisprudenz an der Universität Zürich, Abschluss mit Lizentiat 1982. Lebt und arbeitet in Ziegelbrücke, Schweiz